Johann Jakob Messemer
[S.v. Jacob Messemer & Barbara Engel]
* 30.07.1902 Edigheim
† 24.11.1978 Frankenthal
Catharina Augustine Johanna Dumont
[T.v. Johann Dumont & Margaretha Hellenbrand]
* 26.05.1902 Luxemburg
† 25.10.1965 Edigheim
Öffentliche Quellen:
Grabstätte in Edigheim
Luxemburger Wort 10.11.1965 - Catharina Dumont
Mit meinem Urgroßvater Jacob Messemer, der 1859 in Schallodenbach in der Nähe von Kaiserslautern geboren wurde,
will ich die Familienchronik der Messemer's beginnen. Um Schallodenbach finden sich die Gemeinden, Niederkirchen,
Heiligenmoschel, Schneckenhausen, Mehlbach und Olsbrücken. Viele Menschen aus dieser Gegend sind nicht nur
zugezogene aus der heutigen Bundesrepublik sondern auch aus der Schweiz, Tirol, Elsass und Lothringen, aus Luxemburg,
Brabant und Flandern. Hauptsächlich waren die Menschen Handwerker, wie Bauern, Tagelöhner, Maurer, Zimmerer, Hufschmiede,
Ziegelbrenner, Leinenweber, Schneider, Gerber und vieles mehr.
Jacob hat, wie schon sein Vater Johannes vor ihm, den Beruf des Maurers erlernt. Es war damals üblich, dass man
sein Wissen und Können als Wandergeselle vertiefte, vielleicht ist er deswegen nach Edigheim gekommen, denn es war
die Zeit, in der die Industriestadt Ludwigshafen einen Bauboom erlebte. Es wurden Sümpfe ausgetrocknet, Wege gebahnt,
Wohnhäuser, Hafenanlagen, Fabriken und Magazine gebaut. Die Bauernsöhne zog es nicht mehr aufs Feld sondern
als Maurer zu den Baufirmen. Der Eisenbeton im Baugewerbe hielt Einzug und es gab unzählige Maurer in der Stadt.
Es ist auch nicht bekannt ob er schon vor 1882 in Edigheim war, denn dann hätte er das fürchterliche Hochwasser
miterlebt, das sich in der Nacht vom 28./30. Dezember 1882 hier ereignet hat. Es war die Tage über sehr regenreich und
die Temperaturen lagen bei 12 Grad, in den Alpen brach ein Föhn herein und die Schneeschmelze brachte den Rhein und
seine Nebenflüsse zum Anschwellen. Der Rhein hatte in der Nacht einen Pegelstand von 6,60 Meter und überflutete
auch die Gemeinden Edigheim und Oppau.
In dieser Zeit lernte mein Urgroßvater Barbara Engel kennen. Barbara kam aus einer Bauernfamilie und war die jüngste
von vier Kindern. Als zugereister war es gar nicht unproblematisch in eine alteingesessene Familie im Dorf einzuheiraten, es gab
viel Ungunst unter der einheimischen Jugend. Trotz aller Widerstände gaben sie sich am 28.07.1883 in Edigheim das Ja-Wort.
Am 22. Dezember des Jahres 1884 um zwei Uhr Nachmittags kam ihre erste Tochter, sie nannten sie Frieda Katharina, zur Welt.
Im August 1885, mit nur sieben Monaten verstarb die kleine Frieda Katharina. Die Todesursache ist auf der Sterbeurkunde nicht
vermerkt, jedoch war die Sterblichkeitsrate zu dieser Zeit sehr hoch.
Es folgten weiter 6 Töchter, Elsa, Paulina, Anna Maria, Johanna, Katharina und Luise. Im Juli 1902 kam mein Großvater
Johann Jakob, das jüngste Familienmitglied zur Welt. Zu dieser Zeit pendelte mein Urgroßvater bereits viel und musste
sich in Differdingen registrieren. Dort gab er zu Papier, dass er das Gewerbe eines Zementierers ausübte und in Differdingen
bei Biver Steffen wohnte. Über Steffen Biver waren jedoch keine weiteren Infos zu bekommen. Wahrscheinlich handelt es sich
hier um die Familie Nicolas Biver und Anna Steffen aus Differdingen-Oberkorn.
Kurz nach der Geburt von Johann Jakob verkaufte die Familie ihr Haus in der Edigheimer Untergasse und zog mit Kind und Kegel nach
Sentzich, einem heutigen Vorort von Catenom. Damit entfiel das mühsame pendeln zwischen Ludwigshafen und Metz, denn in der
Zwischenzeit hatte er die Bauaufsicht über den Metzer Bahnhof bekommen. Vermutlich arbeitete er am zweiten Bau des Metzer
Bahnhofes der von 1905 bis 1908 dauerte. Kaiser Wilhelm II. nahm persönlich Einfluss auf Details und, insbesondere auf das
Aussehen des Turmes...